Schon lange haben wir darüber geredet, wie toll es wäre, einen Hund zu haben. Der Wunsch

bestand schon seit Kindheitstagen. Letzten November haben wir uns diesen endlich erfüllt und

über eine Tierschutzorganisation unseren Hund Jimmy (gemäss DNA Test: Shar Pei X Chow

Chow X English Setter) zu uns geholt. Er ist ca. 6 Jahre alt und kommt aus Spanien. Über seine

Vorgeschichte wissen wir nichts. Die beiden Probespaziergänge mit ihm waren noch gut, aber sein erster Besuch bei uns zu Hause verlief dramatisch. Nachdem wir es geschafft hatten ihn durch die Haustür zu locken, stand er völlig verkrampft und verängstigt im Treppenhaus und weigerte sich einen Schritt weiter zu gehen. Wir fühlten uns ziemlich hilflos und wussten nicht so recht was tun. Wir wollten ihn zu nichts zwingen und noch mehr verängstigen, aber gleichzeitig war klar, dass wir

ihn nicht zu uns nehmen können, wenn wir keine Lösung finden. Ich muss zugeben, dass wir beide plötzlich im Zweifel waren, ob wir das alles packen, ob er der richtige Hund für uns ist. Für uns war einfach wichtig, dass der Hund von Anfang an einen guten Start bei uns hat.

Zum Glück hatte meine Arbeitskollegin kurze Zeit zuvor ihre Hündin Cali bekommen (dazu gibt es hier auch einen Bericht) und arbeitete mit Erdi zusammen. Also nahm ich Kontakt zu ihm auf.

Schon in unserem ersten Telefonat schaffte es Erdi, mir alle Zweifel und Unsicherheit zu nehmen.

Am Ende des Gesprächs konnte ich voller Überzeugung sagen: „Wir schaffen das!“

Unsere Zusammenarbeit startete an dem Tag an dem Jimmy bei uns einzog und tatsächlich am

Ende der ersten Trainingseinheit die Treppe rauf und runter lief! Seitdem haben wir zusammen mit Erdi eine Menge erreicht. Wenn wir Jimmy heute beobachten ist es fast unglaublich, dass das der Hund ist, der noch vor 5 Monaten Angst vor einem Treppenhaus hatte! Er meistert so viele Situationen im Alltag völlig selbstverständlich. Wer hätte z.B. am Anfang gedacht, dass er einmal ganz locker ins Auto springen wird? Gleichzeitig tauchen immer wieder neue Themen auf, an denen wir zusammen arbeiten können um uns immer weiter zu entwickeln. Es ist sehr spannend sich einmal von der menschlichen Denkweise und Perspektive zu lösen und die Welt durch Hundeaugen zu betrachten. Dazu gehört auch die Erkenntnis, dass auftretende Schwierigkeiten selten mit dem Hund, sondern meistens mit uns Menschen zu tun haben. Bei der Arbeit mit dem Hund muss man völlig konzentriert und präsent sein. Es tut gut, dabei mal alles andere, scheinbar wichtige, des Alltags zu vergessen. Mit seiner gelassenen, zuversichtlichen und humorvollen Art steht uns Erdi dabei zur Seite und ermuntert uns immer wieder, weiter an uns zu arbeiten und auch aus Rückschlägen zu lernen. Oft denken wir an einen der ersten Sätze die Erdi damals am Telefon sagte: „ Einen Hund zu haben ist ein 24 Stunden job, aber ein schöner.“ Heute können wir diesem Satz absolut zustimmen. Es ist sehr schön zu sehen, wie die Bindung zwischen Jimmy und uns

immer weiter wächst.

Wir können jedem nur empfehlen, sich von Anfang an professionelle Unterstützung zu holen.

Natürlich haben wir auch Bücher gelesen, aber ehrlich gesagt haben uns diese nicht so viel

gebracht bzw. haben uns bei den auftretenden Schwierigkeiten nicht geholfen. Ausserdem

möchten wir uns auch dafür aussprechen, Hunde aus dem Tierheim zu holen. Die Tiere haben

eine zweite Chance verdient und können auch im Erwachsenenalter Neues lernen.

Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit mit Erdi und viele spannende, lustige

Trainingsstunden.

Katrin und Markus